Manche Tage sind echt besch … Vom Augenaufschlag bis zum Schlafengehen ziehen sie uns hinunter in unsere tiefsten AbgrĂŒnde, in unsere emotionalen Löcher.
đĄ Das Wichtigste in KĂŒrze
- Emotionale Tiefs gehören zum Menschsein dazu. Manchmal fallen wir in innere Löcher, doch wir haben die Kraft, da wieder herauszukommen.
- Wichtig ist, diese Phasen bewusst wahrzunehmen, statt sie zu verdrĂ€ngen und mitfĂŒhlend mit sich selbst zu sein.
- Ein neuer Morgen und kleine Rituale (z. B. Bewegung, bewusste SelbstfĂŒrsorge) können helfen, die innere Lebensfreude wieder spĂŒrbar zu machen.
Lies gerne weiter, wenn du mehr erfahren möchtest âŠ
Hallo, Mensch,
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kennst du das? Du hast so einen richtig besch⊠Tag. Alles tut dir weh, die Stimmung ist im Keller. Selbstzweifel, Ăngste und Selbstkritik dominieren, deine gesamten guten VorsĂ€tze, dein ganzes âGood-Mind-Settingâ â alles dahin.
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So einen Tag hatte ich gestern.
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Vom Augenaufschlag bis zum Schlafengehen zog sich der Tag in gefĂŒhlt endlosem Grauen dahin. Ich hatte massive Schmerzen in den HĂ€nden, im Knie, im Hals, war mĂŒde und lustlos, niedergeschlagen und deprimiert. FĂŒhlte mich alt, invalide, völlig unbrauchbar und neben der Spur. Nichts schien mehr zu passen, gefĂŒhlt waren alle meine ZukunftsplĂ€ne nur mehr Schall und Rauch. âWer will mich denn schon? Noch? So beinand, wie ich bin?â, dachte ich mir den ganzen Tag.
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Die negativen Gedanken schwirrten nur so durch meinen Kopf, vernebelten mir sofort jeden aufglimmenden positiven Lichtstrahl und waren einfach nicht weg zu kriegen. Ich litt vor mich hin, trank zu wenig, aĂ dafĂŒr viel zu viel ungesundes Zeug, kam mit meinen Arbeiten, die ich mir so fĂŒr den Tag vorgenommen hatte, nicht voran. Es war, wie wir hier in Wien sagen, einfach „ur zach“.
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Den Abend verbrachte ich mit Kopfschmerzen und einem furchtbar schlechtem Gewissen, weil ich mich tagsĂŒber âso gehen hatte lassenâ, wie ich meinte. In Herz und Hirn war es mehr als dĂŒster, bestimmt finsterer als die Nacht. Ich fĂŒhlte mich noch immer elendig und kurz vor dem Ende. Vor dem Einschlafen hatte ich plötzlich die Kraft, mir etwas fĂŒr den nĂ€chsten Morgen vorzunehmen. Du kennst das bestimmt. So aus der Verzweiflung heraus, ein letztes AufbĂ€umen, um noch ein bisschen SelbstwĂŒrde zu beweisen ;-).
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Ich wollte den Tag anders starten. Sollte das nicht klappen, wollte ich mich dazu zwingen.
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Um fĂŒnf Uhr dreiĂig war ich heute wach, weil die Enkel-Katze vor der TĂŒr miaute. Schlaftrunken torkelte ich zu ihr und bemerkte, wie sehr sie sich freute, mich zu sehen. Sanft strich sie mir um die Beine, und als ich mich zu ihr hinunter beugte, schmiegte sie sich in mein Gesicht. Ich streichelte sie und öffnete ihr die TĂŒr, damit sie raus in den Garten stĂŒrmen konnte. Ich selber huschte wieder zurĂŒck ins Bett. Dort lag ich dann wach bis der Wecker meines Mannes lĂ€utete â ein ViertelstĂŒndchen spĂ€ter. Als er aufstand, fielen mir meine VorsĂ€tze vom Abend davor ein.
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âAh, geh, nein ich mag nicht,â hörte ich eine genervte Stimme in mir sagen, doch als ich gleichzeitig bemerkte, dass mein Gedankenkarussell vom Vortag wieder drohte loszulegen, riss ich das Steuer herum. Ich beschloss, einfach anzufangen. Es klappte tatsĂ€chlich. Ich begann den Tag mit meinen ĂŒblichen KörperĂŒbungen im Bett zur KrĂ€ftigung. Eine halbe Stunde lang widmete ich meinen HĂ€nden, Beinen, dem erst kĂŒrzlich operierten Unterleib, meinem Nacken.
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Genau, als ich fertig war, kam mein Mann noch zu mir ins Zimmer, um sich zu verabschieden, bevor er in die Arbeit aufbrach. Als er mich liebevoll anlĂ€chelte, freute ich mich. Ich stand auf und begleitete ihn zur TĂŒr. Eine letzte Umarmung, ein Abschiedskuss, und ich war mit mir alleine. Da bemerkte ich, dass die Enkel-Katze wieder um meine Beine strich. Mein Mann musste sie wieder herein gelassen haben.
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Wenn du auch eine Katze hast, dann kennst du dieses lustige Spielchen bestimmt auch, oder? Es heiĂt âRaus-rein-raus-aber-zackâ. Wir spielen dieses Spiel sehr oft am Tag. Und auch jetzt zeigte mir meine Enkel-Katze, dass sie es gleich wieder ausprobieren wollte. Als ich ihr erneut die TĂŒr öffnete und sah, mit welcher Freude sie hinausrannte, bemerkte ich, wie ich â an ihrer statt â rief: âHallo, lieber Tag, da bin ich đ.â In diesem Moment musste ich schmunzeln. Ich wusste, der grausliche Spuk vom Vortag war nun vorbei.
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Hallo, lieber Tag, da bin ich.
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Fröhlich klang dieser simple Satz in mir nach, als ich meine Enkel-Katze drauĂen auf der Terrasse beobachtete. Sie erschnĂŒffelte jeden Winkel, streckte ihr hĂŒbsches NĂ€schen dem ersten heutigen Sonnenstrahl entgegen, der sie gerade kitzelte. In diesem Moment sah ich sie wieder: die Lebensfreude. Sie war ĂŒberall um mich herum. In meiner Enkel-Katze, in meinem Mann, im ersten Sonnenstrahl, der sich zu uns herunter auf die Erde bemĂŒhte.
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Es fiel mir wie Schuppen von den Augen: Die Lebensfreude war nie weg. Sie war gestern nur verdeckt von dem dunklen und schweren Ballast, den ich mit mir herumschleppen muss.
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Ich war am Tag zuvor in mein eigenes Loch gefallen. Manchmal sehe ich so ein Loch rechtzeitig, wenn ich durch mein Leben gehe, und weiche aus. Manchmal aber â zum GlĂŒck immer seltener als frĂŒher â steuere ich noch immer schnurstracks darauf zu und falle, bzw. springe förmlich hinein.
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Warum ist das so?
Warum kann ich nicht immer ausweichen?
Fragst du dich das auch manchmal?
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Dann kann dir meine neuen Blogserie bestimmt ein paar Antworten liefern und dir helfen, deinen eigenen Löchern in Zukunft immer öfter auszuweichen.Â
Warum wir in Löcher fallen â und wie wir wieder hinausfinden
Tja, da stand ich also heute morgen an der TerrassentĂŒr und der Unterschied zwischen einem âAlles-ist-schrecklich-Tagâ und einem âDie-Sonne-scheint-mir-ins-Herz-Tagâ wurde mir so richtig bewusst. Aber warum passiert das eigentlich? Warum stĂŒrzen wir manchmal ohne Vorwarnung in diese inneren AbgrĂŒnde, so als wĂ€re da eine unsichtbare FalltĂŒr im Alltag?
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Genau das möchte ich mir mit dir in meiner Blogserie âWarum wir in emotionale Löcher fallen â und wie wir wieder hinausfindenâ genauer anschauen. Denn unsere dunklen Tage kommen nicht einfach aus dem Nichts. Sie haben einen Grund und sind oft ein Zeichen bzw. ein Hinweis darauf, dass etwas in uns aus dem Gleichgewicht geraten ist und gesehen werden möchte.
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Meine Serie möchte ich gleich mit einer Liste aus den 18 hÀufigsten Fallen, die uns in ein emotionales Loch ziehen, starten. Welche davon sind wohl deine Stolperfallen?
18 Stolperfallen, die uns den Tag gehörig versauen können
Körperliche Ursachen
01. Du bist erschöpft, ohne es zu merken.
02. Du hast starke Schmerzen.
03. Du schlÀfst schlecht oder zu wenig.
04. Du hast deine Medikamente oder NĂ€hrstoffe nicht genommen.
05. Du achtest nicht darauf, ausreichend zu trinken und Gesundes zu essen.
06. Du machst seit lÀngerem keine Bewegung und gehst kaum an die frische Luft.
Alltagsfallen
07. Du hast gerade zu viel zu tun.
08. Du kĂŒmmerst dich zu lange und intensiv um andere.
09. Du bist zu sehr im AuĂen und vergisst dabei auf dein Inneres.
10. Du sitzt zu lange vor Fernseher, Computer, Social Media oder Videogames.
Innere Muster & Gedankenfallen
11. Du kennst deine eigenen BedĂŒrfnisse noch zu wenig.
12. Du verdrĂ€ngst GefĂŒhle, statt sie zuzulassen.
13. Du hast starke GlaubenssÀtze und Muster, die dich immer wieder in alte Verhaltensweisen leiten.
14. Du lĂ€sst dich zu sehr von Ăngsten und selbstauferlegtem Druck lĂ€hmen.
Seelische & soziale Aspekte
15. Du hörst nicht auf deine innere Stimme.
16. Du glaubst nicht an dich.
17. Du bist schon lÀngere Zeit mit dir alleine und hattest wenig sozialen Kontakt.
18. Du hast kein Vertrauen ins Leben.
Was bleibt
Beim Schreiben dieser 18 Punkte habe ich gut erkannt, wo in letzter Zeit meine eigenen Stolperfallen lagen. In den vergangenen Wochen habe ich schlicht zu wenig auf mich und meine BedĂŒrfnisse geachtet.
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Ich habe mich aufgrund von Ă€uĂerem Stress, körperlichen Beschwerden, alten Ăngsten und innerem Druck dazu verleiten lassen, zu ungesund zu essen, keine Pausen zu machen und meine sozialen Kontakte einzuschrĂ€nken.
Ich war auch kaum an der frischen Luft und habe vermutlich deshalb auch wieder schlecht geschlafen.
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Diese Erkenntnis hilft mir jetzt sehr, denn sie bedeutet, dass ich wieder besser auf mich aufpassen muss. Gestern haben mir Körper und Seele das ganz deutlich gezeigt, indem sie mich so richtig runter gezogen haben.
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Gleichzeitig weiĂ ich aber auch, dass ich nicht zu undiszipliniert, zu faul, zu nachlĂ€ssig bin, denn zwischendurch in seine Löcher zu fallen, heiĂt schlichtweg menschlich zu sein.
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Ich bin kein Roboter, der tagaus, tagein gleich funktionieren kann. Ich bin eine vom Leben geprĂŒfte Frau, die ihr Bestes gibt, ein gutes Dasein zu fĂŒhren, ein Mensch mit SchwĂ€chen und Kanten.
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Diese zu akzeptieren und einfach, wenn ein neuer Tag beginnt, wieder neu anzufangen, das ist schon ein groĂer Schritt heraus aus einem fiesen Loch.
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Hallo, lieber Tag, da bin ich đ.
Ich wĂŒnsche dir, dass dein heutiger Tag ein besserer wird als mein gestriger.
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Sei gnĂ€dig mit dir, falls du gerade in einem deiner eigenen emotionalen Löcher steckst, und vertraue darauf, dass es immer einen Weg hinaus gibt. Zum Beispiel könntest du gleich in meinem nĂ€chsten Blogartikel aus der Serie âWarum wir in emotionale Löcher fallen â und wie wir wieder hinausfindenâ weiterlesen. Dort geht es um die körperlichen Ursachen fĂŒr unser Down und um mögliche Lösungen raus aus dem emotionalem Loch.
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Wenn du dir hingegen persönliche UnterstĂŒtzung wĂŒnschst, melde dich gerne bei mir oder hinterlasse einen Kommentar.
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Deine
Tamara


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Hach, dein Artikel hat mir gerade ein warmes LĂ€cheln ins Gesicht gezaubert! Ich habe mich in dem einen oder anderen Punkt erkannt und finde deine Katzenfotos dazu so passend – meine Mietzen helfen mir auch dabei, mich zu entspannen und haben mir schon öfter den Weg aus einem Loch schnurrend vereinfacht! đ»
Jaaaa, das glaube ich dir, liebe Petra. Unsere kleinen Schmusetiger haben schon ganz besondere FĂ€higkeiten ⊠Es freut mich, dass dich mein Artikel zum LĂ€cheln gebracht hat. Das ist eine gute Voraussetzung fĂŒr einen „besseren“ Tag â den ich dir auf alle FĂ€lle wĂŒnsche. Sei herzlich gegrĂŒĂt, Tamara